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Die RFID-Technologie verspricht Veranstaltern viele Vorteile, ist jedoch gleichzeitig auch mit Hindernissen verbunden. In diesem Artikel erklären wir dir, warum du RFID auf deinem Event wahrscheinlich noch nicht nutzen solltest.

Nachdem wir uns in den ersten beiden Teilen zu RFID mit den Basisinformationen und den Vorteilen beschäftigt haben, wird es heute um die Voraussetzungen und Nachteile dieser Technologie gehen. Mit den Kosten der Technik, den technischen Voraussetzungen und dem Datenschutz beschäftigen wir uns mit den drei entscheidenden Punkten, weshalb RFID bisher für die meisten Veranstalter nicht in Frage kommt.

Short-Briefing

Kosten der Technik: Die Einführung von RFID-Technologie ist mit signifikanten Ausgaben verbunden; Ein Chip kostet, in Abhängigkeit der Menge, zwischen 30 Cent und 35 EUR; Die Lesegeräte zwischen 50 und 5.000 EUR.
Technische Voraussetzungen: Ständige Internetverbindung; Sehr hoher Stromverbrauch; Technischer Support notwendig.
Datenschutz: Auf einem RFID-Chip können viele personenbezogene Daten gespeichert werden. Im Kontext des deutschen Datenschutzgesetzes und der EU-Datenschutzgrundverordnung ist dies sehr kritisch zu betrachten.

Kosten der Technik

Die Einführung eines neuen Systems ist immer mit Kosten verbunden. Bei der RFID-Technologie bedeutet dies, das Papiertickets z. B. durch Armbänder oder Karten, mit integrierten RFID-Chips, ersetzt werden. Je nach Abnahmemenge kostet ein Chip zwischen 30 Cent und 35 EUR. Die Kosten der Lesegeräte liegen zwischen 50 und 5.000 EUR. Als Veranstalter wird man wahrscheinlich auf Dienstleister zurückgreifen, um so die Gesamtkosten in einem kalkulierbaren Bereich zu halten. Der Hype zu RFID-Tickets entsprang der Prognose, dass die Kosten für die RFID-Chips in den nächsten Jahren weiter signifikant sinken werden. Diese Prognose konnte leider nicht bestätigt werden. Der Preisverfall hat in den letzten beiden Jahren deutlich abgenommen. Aus diesem Grund setzen bisher nur wenige, eher größere Veranstaltungen diese Technologie ein.

Technische Voraussetzungen

Voraussetzung für den Einsatz von RFID Technologie ist eine ständige Internetverbindung auf dem Eventgelände. Jedem, der die deutschen Verhältnisse in Sachen WLAN auf Events kennt, sollte jetzt bereits klar sein, dass Deutschland noch nicht bereit für diese Technologie ist. Gleichzeitig wird sehr viel Energie benötigt. Es muss ein entsprechender Support vorhanden sein, um mögliche Probleme schnell vor Ort zu lösen. Je nach Verwendung kommen dazu noch weitere Probleme hinzu. Wird über die Chips auch bargeldloses Bezahlen ermöglicht, müssen entsprechende Checkpoints eingerichtet werden, an denen deine Teilnehmer Geld aufladen, sich über Transaktionen informieren und ggf. auch wieder Geld abbuchen können. Gerade letzteres ist bei externen Anbietern oft mit Transaktionsgebühren verbunden, welche der Veranstalter nicht an seine Teilnehmer weitergeben, sondern selbst übernehmen sollte. All diese technischen Voraussetzungen machen es extrem teuer und schwierig RFID einzuführen. Ohne eine entsprechende Location mit Kapazitäten ist es sogar praktisch unmöglich, was z. B. den Einsatz bei Festivals mittelfristig ausschließen wird.

Datenschutz

Je nach Einsatzwunsch werden auf den RFID-Chips sehr viele sensible Daten der jeweiligen Person gespeichert. Dies können z. B. Kreditkarteninformationen, der Name und die Adresse oder das Bewegungsprofil auf dem Gelände sein. Gerade in Deutschland ist die Rechtslage im Datenschutz so strikt, dass viele Veranstalter deshalb vor einem Einsatz zurückschrecken. Dabei ist z. B. fraglich, ob man den Nutzer dazu zwingen darf, diese Datenerhebung zu akzeptieren oder ob er eine Opt-out-Möglichkeit haben muss. Noch schlimmer wäre eine Opt-in Option. Hier würde der Nutzer vielleicht das Armbändchen nehmen, jedoch keine Erfassung von Bewegungsdaten etc. zulassen, was den Vorteil der Technologie für den Veranstalter deutlich verringern würde. Außerhalb von Deutschland sind die Regelungen zum Datenschutz etwas offener, daher stellt dies dort ein geringeres Hemmnis für die Einführung dar.

Was solltest du gelernt haben

Mit den Kosten der Einführung, den technischen Voraussetzungen und dem Datenschutz existieren elementare Probleme, welche den flächendeckenden Einsatz der RFID-Technologie in Deutschland mittelfristig verhindern werden. Zum einen hat sich die Kostenentwicklung der Transponder in den letzten beiden Jahren nicht so entwickelt wie erhofft, weswegen diese Option nur realistisch für große und Teilnehmerstarke Events ist. Voraussetzung für den Einsatz ist eine ständige Versorgung von Internet und eine konstante Energieversorgung. Beides ist extrem abhängig von der Veranstaltungslocation und für Events auf der „Wiese“ praktisch nicht umsetzbar. Nicht zuletzt bleibt in Deutschland das Problem des Datenschutzes. Mittels RFID-Transponder kann eine Unzahl von Daten erhoben werden, dafür sollte die betreffende Person jedoch aktiv zustimmen.

Was ist deine Meinung zur RFID-Technologie? Denkst du darüber nach sie auf einem Event einzusetzen? Wir freuen uns auf deine Anregungen.

„Chip“ (https://thenounproject.com/term/rfid/138375/) Icon erstellt durch neunorm und „Funk“ (https://thenounproject.com/term/contactless/124870/) Icon erstellt von Roberto Chiaveri, beides vom „the Noun Project“ (https://thenounproject.com).

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