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Die Apple Developer Conference (WWDC) steht an und schon kochen die Gerüchte um eine Anpassung der App Store Review Guidelines hoch. Auch 2017. Schwerpunkt dieses Jahr: Spam und App Klone. Die angekündigten Änderungen besitzen weitreichende Auswirkungen auf Event-App Anbieter.

Mittlerweile haben wir Klarheit. Apple hat angekündigt, seine App Store Review Guideline dahin gehend anzupassen, dass die Verbreitung von geklonten Apps und Spam deutlich reduziert wird. Doch wie bedroht dieser nachvollziehbare Vorstoß die Anbieter von Event-Apps? Dazu müssen wir zunächst klären, was genau passiert ist.

Ein Satz der alles verändert – Regel 4.2.6

Die neue Regel 4.2.6 der App Store Review Guideline besagt „Apps, erstellt auf einer kommerziellen Vorlage oder Dienstleistungen, welche eine automatisiert App Generierung ermöglichen, werden abgelehnt.“ Boom, das hat gesessen. Sehr vereinfacht dargestellt bedeutet das, dass nur reine Individualentwicklungen erwünscht sind und Apps, die stark auf gleiche Funktionen oder Frameworks anderer Apps aufbauen, geblockt werden sollen.

Was will Apple erreichen?

Grundsätzlich sind App Klone schon immer im App Store verboten. Mit der Veränderung der Guideline sollen zum einen die Regeln präzisiert und zum anderen eine Grundlage für die massiven Löschungen von Apps im letzten Jahr geschaffen werden.

Apple möchte mit diesen Maßnahmen die Qualität  in ihrem App Store erhöhen. Leider ist es bisher so, dass sobald eine spezielle App einen gewissen Hype gewinnt, viele andere Apps diese Funktionsweise kopieren. Außerdem arbeiten sehr viele Unternehmen mit einer Template-App und Basis Funktionen, welche für andere Apps einfach kopiert und meist nur minimal und optisch angepasst werden. Alle diese Vorgehensweisen führen zu einer Überschwemmung der Stores mit ähnlichen Apps. Langfristig möchte Apple einen Store kreieren, bei der jede App qualitativ hochwertig und in ihren Funktionen sehr speziell sein soll. Eine Reihe von Apps, die eigentlich alle das gleiche können und sich nur minimal unterscheiden, soll es nicht mehr geben. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch die Massenlöschungen im letzten Jahr erklärbar.

Wie betrifft diese Änderung Event-App-Anbieter?

Jeder Veranstalter, der für sein Event bereits eine klassische native Event-App erstellen lassen hat, weiß wie das Vorgehen heute aussieht. Die meisten Anbieter verwenden sogenannte White Label Event-Apps, bei denen ein Framework mit festen Funktionen als Basis verwendet wird. Der Kunde wählt dann auf Grundlage dieses Frameworks die Funktionen, die er verwenden möchte und die App wird abschließend noch farblich an das Corporate Design des Events angepasst. Durch die Veränderung der Regel 4.2.6 wird dies nun nicht mehr möglich sein.

Viele Anbieter haben bereits auf diese Entwicklung reagiert und arbeiten jetzt an einer Universal App, auf der alle Events, egal ob Festival, BarCamp oder Business Veranstaltung, gemeinsam dargestellt werden. Jeder Teilnehmer lädt sich also die gleiche Event-App aus dem Store und die jeweiligen Eventinhalte werden dann Veranstaltungsspezifisch nachgeladen. Events versuchen heute jedoch alles, um sich von anderen Veranstaltungen abzuheben und möglichst individuell zu wirken. Auch ihre potenziellen Kunden werden individuell angesprochen. Ein Universal App, die jeden Gast gleichbehandelt, steht in krassem Widerspruch zu dieser Entwicklung. Es ist fraglich, ob eine solche App die Bedürfnisse der Eventveranstalter befriedigen kann.

Was bedeutet die Änderung für Nutzer von LineUpr?

Kurz gesagt – Nichts. Aus unterschiedlichen Gründen haben wir uns bei LineUpr von Beginn an dazu entschieden, ausschließlich Web-Apps zu entwickeln. Ein Grund war sicherlich, dass Web-Apps deutlich leichter und schneller zu erstellen sind und sich viel besser für eine Do-It-Yourself Web-Plattform eignen als native Apps. Der viel entscheidendere Grund ist jedoch, dass wir von Anfang an der Meinung waren und sind, dass die Zukunft den progressiven Web-Apps gehört. Die wenigsten Teilnehmer haben Interesse daran sich für jedes Event eine eigene App zu installieren oder eine App vorzuhalten, falls er mal auf ein Event dieses Anbieters gehen wird.

Wäre die Welt nicht schön, wenn man als Teilnehmer nur auf eine URL klicken oder ein QR-Code abscannen müsste und sich dann eine App öffnet, die weder installiert noch vorher heruntergeladen werden muss? Auf dieses Ziel arbeiten wir bei LineUpr hin. Ein schöner Nebeneffekt dabei, LineUpr ist vollkommen unabhängig von App Stores.

Weiterführende Links

Ein schöner Artikel zu den allgemeinen Hintergründen der Review Guideline Änderungen stammt von Techcruch. Leider ist dieser Artikel nur in Englisch verfügbar. Ein anderer Artikel, der sich primär mit den Auswirkungen auf die Event-Apps beschäftigt stammt von Converse.

Zusammenfassung

Native Event-Apps werden auch nach der Anpassung der App Store Regeln bestimmt nicht schlagartig verschwinden. Aber die meisten Anbieter werden ihre Vorgehensweise überarbeiten müssen. Die Anzahl der White-Label-Event-Apps wird jedoch stark abnehmen. Die neue Strategie für viele Anbieter ist eine Universal-App, in der die Inhalte des jeweiligen Events dynamisch nachgeladen werden. Diese Entwicklung steht ganz im Zeichen des Trends, dass sich vermehrt Inhalte von nativen Apps Richtung Web-Apps bewegen. Das entscheidende Stichwort lautet dabei progressiv Web-Apps, auf die wir in einem späteren Artikel noch mal genauer eingehen werden.

Gebt uns Feedback

Was ist eure Meinung zu der Zukunft von nativen Event-Apps? Habt Ihr weitere Fragen?  Welche weiteren Themen rund um Events und Event-Apps interessieren euch? Wir freuen uns auf eure Antworten.

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