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Mit Anne-K. Beck haben wir heute eine Veranstalterin einer wissenschaftlichen Konferenz im Interview. Im Namen des BioEconomy Clusters organisiert sie die International Bioeconomy Conference. Wie der Titel schon sagt, dreht sich hier alles um die Bioökonomie, d.h. biobasiertes Wirtschaften.

Im Gespräch erzählt Anne mehr zur Konferenz und mit welchen Hindernissen Sie beim ersten Einsatz einer Event-App konfrontiert wurde.

LineUpr: Hallo Anne. Vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview nimmst. Stell Dich und den BioEconomy e. V. bitte persönlich vor.

Anne: Hallo LineUpr-Team, ich arbeite seit 2,5 Jahren beim BioEconomy Cluster, einem Netzwerk welches sich damit beschäftigt für erdölbasierte Produkte und Technologien Alternativen zu ermöglichen. Fossile Materialien sind in unserem Alltag in so vielen Dingen beinhaltet, sei es Kleidung, Kosmetik, Verpackung aber auch Baumaterial oder für die Wärmeerzeugung. Es gibt Alternativen, sei es mit Holz, aber auch andere Biomassen oder Reststoffe. Für die Umsetzung dieser biobasierten Wirtschaft machen wir uns im BioEconomy Cluster stark mit spannenden Forschungsprojekten, deren Ergebnisse bestenfalls dann auch in den Markt kommen, eben Bioökonomie.

LineUpr: Ihr habt LineUpr erstmalig für die „8th International Bioeconomy Conference“ genutzt. Wie seid ihr ursprünglich auf LineUpr aufmerksam geworden? Und welchen Mehrwert versprecht Ihr euch vom Einsatz einer Event-App?

Anne: Die Konferenz kommt sehr aus dem wissenschaftlichen Fokus. Zunehmend hat sich in den letzten Jahren der Transfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft als Fokus herauskristallisiert. Da sind klassische Vorträge und Postersessions nur noch bedingt die richtige Art und Weise. Ich habe LineUpr im Zusammenhang mit interaktiven Startupveranstaltungen erlebt und gehofft, dass auch unsere Zielgruppe dafür reif sein könnte. Ich hätte gern mehr Interaktion/ Vernetzung, schnelle Reaktionen und vor allem auch die Chance auf ein direktes Feedback bei unserer Konferenz integriert. Das habe ich mir durch die App versprochen.

LineUpr: Worum geht es bei dem Event? Was bietet Ihr den Teilnehmern?

Anne: Die International Bioeconomy Conference informiert über aktuelle Entwicklungen und Trends in der Bioökonomie weltweit, in der aktuellen Partnerregion als auch in Mitteldeutschland. Dazu gibt es vier thematische Sessions zu unterschiedlichen Themen wie z. B. Pflanzenzüchtungsergebnisse, Holzverarbeitungspotenziale oder auch Anwendungen in der Biotechnologie. Die Teilnehmer können sich also auf einen aktuellen Stand bringen und vor allem sich mit anderen Interessenten austauschen. Auf der Konferenz trifft man zahlreiche internationale aber auch nationale Wissenschaftler und Unternehmensvertreter. Das ist für beide Seiten sehr fruchtbar. Die Leopoldina in Halle – Nationale Akademie der Wissenschaften bietet da als Lokation einen wirklich würdigen Rahmen, für die es sich alleine schon lohnt, nach Halle zu reisen.

LineUpr: Nutzt Ihr zur Vermarktung der Veranstaltung oder zur Informationsverteilung vor Ort auch Printprodukte? Wenn ja, welche und warum?

Anne: Ja. Wir sind zur Vermarktung off- als auch online unterwegs. Offline gibt es Save-the-Date Flyer als auch bspw. einen Programmflyer, der auch an der Konferenz selber ausliegt. Aber da kurzfristig auch manchmal noch Veränderungen vorgenommen werden müssen, bietet sich eine Onlineversion des Programms immer an, bspw. auf unserer Homepage oder auch als App wie wir es jetzt durch LineUpr probiert haben. Wir haben beide Versionen, da gerade die gedruckten Materialien noch gern angenommen werden und auch in der Verteilung vorab dies gut funktioniert, bspw. auf anderen Events. Ich gebe vielen Partnern einen Stapel Flyer verbunden mit der Bitte mit, es im Haus oder auf deren Events auszulegen/ zu verteilen. Die zusätzliche Akquise über Einladungen per Mail etc. bleibt trotzdem noch.

LineUpr: Wie habt Ihr die App vor, während und nach der Konferenz eingesetzt?

Wir haben beide Versionen, da gerade die gedruckten Materialien nochgernangenommenwerden.

Anne: Wir haben die App erst recht kurzfristig bespielt. Ungefähr 6 Wochen vor der Veranstaltung haben wir durch E-Mail an alle angemeldeten Teilnehmer und Referenten über die App informiert. Auch vor Ort haben wir via QR-Code etc. darauf hingewiesen. Ich denke, gerade in dem Wissenschaftsumfeld ist die Nutzung solcher App-Angebote noch in den Kinderschuhen, was wir auch an der Nutzung gemerkt haben. Während der Konferenz habe ich in der App diverse Informationen eingespielt, was aber leider sonst kein weiterer Teilnehmer/ Referent getan hat. Dokumente haben wir darüber nicht verteilt, vielleicht eine Option für das nächste Mal.

LineUpr: Leider war der erste Durchlauf mit der Event-App nicht so erfolgreich wie gehofft. Was glaubst du, woran könnte das gelegen haben und was habt ihr daraus für das nächste Event gelernt?

Anne: Es waren ungefähr 140 Teilnehmer auf unserer 7. International Bioeconomy Conference anwesend. Genutzt haben die App ca. 10-20 Personen. Für das erste Mal vielleicht okay, definitiv ausbaufähig. Während der Konferenz habe ich hier und da Informationen gestreut, direkt gegen Ende und nach dem Event habe ich zum Feedback aufgefordert. Da gab es leider nicht viel Resonanz. Das müssen wir verbessern. Frühzeitigeres Informieren und den Nutzen aufzeigen wird das dieses Mal sicher auch verbessern. Der direkte Netzwerkcharakter muss frühzeitiger aufgezeigt werden. Dieses Mal werden wir bereist zum offiziellen Anmeldungszeitraum LineUpr mit einsetzen.

LineUpr: Stichwort Herausforderungen. Wie geht Ihr mit dem Trend der Digitalisierung um? Wie wird diese Entwicklung Eure Veranstaltung in Zukunft verändern?

Anne: Digitalisierung ist definitiv ein Thema. Aber ich muss auch ehrlich sagen, nichts geht über das persönliche Gespräch und der Austausch auf solchen Events. Das merken wir jedes Mal wieder. Gerade das Konferenzdinner am ersten Abend ist da ein echtes Highlight. Solche Veranstaltungs-Apps können da nur unterstützen. Aber das frühzeitige Informieren darüber wer auf der Konferenz vor Ort ist, das Verabreden und/oder andere Möglichkeiten mit solchen Apps sind sicher ein Mehrwert und Zusatznutzen auf solchen Konferenzen.

Definitiv einfach mal ausprobieren, man kann nichts falsch machen und eigentlich nur dazugewinnen.

LineUpr: Worauf bist du bei diesem Event besonders stolz und warum?

Anne: Ich bin stolz, dass wir es geschafft haben das erste Mal einige Sponsoren von der Veranstaltung zu überzeugen. Aber auch viele wirklich gute Redner sozusagen Vorreiter der Bioökonomie haben uns die Ehre erwiesen, bspw. 2017 Dr. Christian Patermann oder dieses Jahr Dr. Waldmar Kütt von der EU. Darüber hinaus bin ich aber immer wieder begeistert, was kleine und mittelständische Firmen aus der Region leisten, sozusagen Hidden Champions wie bspw. EW Biotech aus Leuna oder auch die c-LEcta aus Leipzig.

LineUpr: Welche drei top Tipps zur Nutzung von LineUpr würdest du anderen Veranstaltern mit auf den Weg geben wollen?

Anne: Definitiv einfach mal ausprobieren, man kann nichts falsch machen und eigentlich nur dazugewinnen. Gerade erst einmal das Einsteigen mit einer Basisversion, um ein eigenes Gefühl zu entwickeln, und die Chance es später upzugraden finde ich super und haben auch wir genutzt. Das Wichtigste ist aber das Wissen über die Zielgruppe und die Lust auf neue Medien im Allgemeinen.

LineUpr: Vielen Dank für das ausführliche Interview und den Mut, auch mal eine nicht perfekte Geschichte im Einsatz einer Event-Apps zu erzählen. Ich denke das betrifft viele Veranstalter. Neue digitale Lösungen brauchen oft etwas Zeit, bis sie von den Teilnehmern gut angenommen werden.

Wenn du dich mehr übers BioEconomy Cluster informieren möchtest, dann empfehle ich dir einen Blick auf die Homepage. Wenn du Kontakt zu Anne aufnehmen möchtest, dann schreib ihr doch eine Nachricht auf Xing.

Wir hoffen, dass wir die App dieses Jahr gemeinsam zu einem Erfolg für euch und für uns machen.

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