LineUpr in Action – Event-App für das Zivilgesellschaft Online: Under Pressure

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Bei LineUpr gibt es keinen Platz für Rassismus oder Antisemitismus. Wir sind stolz auf unser multikulturelles Team und freuen uns über jede Person, die mit uns gemeinsam die Eventbranche zum Besseren verändern möchte. Leider gibt es sowohl online als auch offline Menschen, die sich gegen Toleranz und Demokratie aussprechen. Diesen Tendenzen muss man sich frühestmöglich gegenüberstellen. Viele Stiftungen leisten in diesem Bereich einen sehr wertvollen Beitrag.

Eine davon ist die Amadeu Antonio Stiftung. Sie ist nach einem Jugendlichen benannt, der 1990 aufgrund seiner schwarzen Hautfarbe zu Tode geprügelt wurde. Ihr Ziel ist die Stärkung der Zivilgesellschaft. Aus diesem Grund veranstaltet die Amadeu Antonio Stiftung das Event Zivilgesellschaft Online. Hier kam in 2019 erstmals eine LineUpr-App zum Einsatz. Oliver Saal erzählt Dir, welche Vorteile eine Event-App im Vergleich zu einem Programmheft hat, wie man die Teilnehmer perfekt über die App informiert und wie Umfragen die Teilnehmer aktivieren können. Wirklich lesenswert. 😊

LineUpr: Hallo Oliver. Vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview nimmst. Stell Dich und die Amadeu Antonio Stiftung bitte persönlich vor.

Oliver: Hallo Eric, mein Name ist Oliver Saal und ich arbeite seit 2017 als Referent für Digitale Themen für die Amadeu Antonio Stiftung. Das Ziel unserer Stiftung ist es, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Der Namensgeber der Stiftung, Amadeu Antonio, wurde 1990 von rechtsextremen Jugendlichen im brandenburgischen Eberswalde aus rassistischen Gründen zu Tode geprügelt, weil er Schwarz war. Er war eines der ersten von heute mindestens 194 Todesopfern rechtsextremer Gewalt seit dem Fall der Mauer.

LineUpr: Ihr habt LineUpr für das Event Zivilgesellschaft Online genutzt. Erzähl uns bitte mehr zu diesem Event.

Oliver: Unsere Stiftung arbeitet schon seit vielen Jahren zu den Themen Hate Speech und Rechtsextremismus Online und gibt Tipps und Ratschläge an Organisationen und Einzelpersonen für digitales zivilgesellschaftliches Engagement gegen den Hass. Nicht zuletzt der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat ja gezeigt, wie wichtig das ist – weil sich die Menschenfeinde in ihren Annahmen bestätigt sehen und bis hin zum Mord radikalisieren können, wenn ihnen niemand widerspricht und wenn ihnen der Staat und die Sozialen Netzwerke nicht durch effiziente Sanktionen Grenzen setzen. Mit unserer Veranstaltung #ZGO19 – Zivilgesellschaft Online: Under Pressure wollten wir alle die zusammenbringen, die sich mit diesen Themen beschäftigen – aus zivilgesellschaftlicher, journalistischer oder wissenschaftlicher Perspektive, weil sie von Hassrede betroffen sind oder sich in Zukunft dagegen stark machen wollen. Wir wollten fragen, welche Lösungsstrategien Staat und Zivilgesellschaft bisher entwickelt haben – und wo wir noch besser werden müssen.

LineUpr: Was macht die Veranstaltung besonders? Welche Zielgruppe wollte Ihr ansprechen und welchen Mehrwert bietet Ihr den Teilnehmern?

Oliver: Mit Michel Abdollahi, Renate Künast sowie Vertreter*innen von Facebook und Google hatten wir neben vielen Praktiker*innen aus der Presse, Politischen Bildung und Politik auch prominente Podiumsgäste. Etwa 200 Menschen haben die ZGO besucht und sie wurde von ALEX BERLIN, die freundlicherweise ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben, Live im Fernsehen, bei Youtube und Facebook übertragen.

Foto von Max Threlfall

LineUpr: Wenn Du ein gedrucktes Programmheft mit einer Event-App vergleichst, welche Vor- und Nachteile haben beide Varianten?

Oliver: Die App hat uns die Möglichkeit gegeben, angemeldete Teilnehmende schon vorab mit allen relevanten Informationen zu versorgen. Außerdem hat die App natürlich den Vorteil, dass es keinen Redaktionsschluss gibt. Bei der Planung einer aufwendigen Veranstaltung ändern sich erfahrungsgemäß bis zur letzten Sekunde noch Dinge – ein Sponsor wünscht sich einen abweichenden Text in der Beschreibung, ein Referent ist verhindert, eine Raumbezeichnung oder die Zeitplanung ändern sich. Mit der App waren wir, anders als mit einem gedruckten Programm, in der Lage, solche Entwicklungen zu berücksichtigen.

Die App hat uns die Möglichkeit gegeben, angemeldete Teilnehmende schon vorab mit allen relevanten Informationen zu versorgen.

LineUpr: Hast Du in der Event-App Deine Referenten mit einzelnen Profilen dargestellt?

Oliver: In der Event-App haben wir alle Panels, Referent*innen und Förderer der Veranstaltung mit Bildern oder Logos und kurzen Texten vorgestellt. Unsere Partnerorganisationen haben wir auch verlinkt.

LineUpr: Habt Ihr während der Veranstaltung auf die (Nutzung der) Event-App hingewiesen?

Oliver: Wir haben im Vorfeld der Veranstaltung im Rahmen der Anmeldebestätigung auf die App hingewiesen und allen Teilnehmenden die Nutzung nahegelegt, weil wir hier auch kurzfristig Ankündigungen machen wollten. Am Tag selbst und vor Ort haben wir an alle Gäste kleine Handzettel ausgegeben, die mit dem QR-Code zur App, der URL und den Hashtags des Tages für die Sozialen Netzwerken versehen waren. Unsere großartige Moderatorin Teresa Sickert hat außerdem zur Eröffnung der Veranstaltung noch einmal auf die App verwiesen.

Die konnten einfach die „Umfrage“-Funktion in der App benutzen und unsere Moderatorin hat die Fragen dann für [die Teilnehmer] gestellt.

LineUpr: Wie hat sich Euer Event bzw. die Eventorganisation durch den Einsatz einer Event-App verändert?

Oliver: Neben den Möglichkeiten, vorab alle Gäste informiert zu halten und auf aktuelle Entwicklungen in der Veranstaltungsorganisation zu reagieren, fanden wir die Funktion nützlich, Feedback der Teilnehmenden einzuholen. Erfahrungsgemäß haben viele Gäste sehr gute Fragen, die sie sich aber in einem Setting mit Fernsehkameras und mehreren Hundert anderen Zuhörer*innen nicht trauen zu stellen. Die konnten einfach die „Umfrage“-Funktion in der App benutzen und unsere Moderatorin hat die Fragen dann für sie gestellt.

LineUpr: Vielen Dank für das tolle Interview Oliver. Leider ist Hate Speech ein immer größeres Thema online. Wahrscheinlich auch, weil sich die meisten Personen hier sehr anonym und sicher fühlen. Wie du schon beschrieben hast, kann verbale Gewalt auch in physische Gewalt umschlagen. Umso wichtiger ist Eure Arbeit, hier frühzeitig dagegen zu wirken. Wir freuen uns, euch mit unserer App etwas bei dieser wichtigen Mission zu unterstützen.

Viele weitere spannende Informationen zur Amadeu Antonio Stiftung findest Du auf dieser Website. Außerdem ist die Stiftung auch auf Facebook, Twitter und Instagram aktiv. Schau doch mal dort vorbei.

Wir wünschen Euch weiter viel Erfolg bei Eurer Arbeit und helfen gern, wo wir können.

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Author
Co-Founder und Geschäftsführer von LineUpr