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Welche Prozesse stehen hinter dem größten Startup-Event in Mitteldeutschland. Wir haben Alexander Müller, einem der Organisatoren der Accelerate@HHL gefragt. Zudem erfährst Du, wie die Teilnehmer mittels App den Gewinner des Pitchcontests gekrönt haben und woher man solche besonderen Speaker wie Rolf Schrömgens bekommt. Viel Spaß beim Lesen ?

LineUpr: Hallo Alex. Vielen Dank, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Stell dich und Accelerate@HHL bitte persönlich vor.

Alex: Accelerate@HHL ist eine ausschließlich von Studenten organisierte Entrepreneurship-Konferenz in Leipzig. Mit rund 350 Gästen an zwei Tagen sind wir, meines Wissens nach, die inzwischen größte Veranstaltung dieser Art in Mitteldeutschland. Von Keynote-Vorträgen, über Panel-Diskussionen bis hin zu Workshops bieten wir unseren Gästen ein diverses Programm. Abgerundet wird das Ganze von einem Kickerturnier und unserer Abschlussfeier.

Ich selbst bin als Teammitglied das zweite Jahr dabei und stand nun als „Board Member“ allen unserer vier Bereiche unterstützend zur Verfügung.

LineUpr: Du hast es bereits etwas angedeutet, aber vielleicht kannst du nochmal genau herausstellen, welchen Mehrwert ihr den Teilnehmern bietet?

Alex: Während wir in der Vergangenheit stark wachsen konnten, hat sich in den letzten beiden Jahren gezeigt, dass unsere Gäste und auch wir mit der aktuellen Größe den größten Mehrwert erleben: Der enge Kontakt zwischen Teilnehmern, Speakern und auch den uns unterstützenden Unternehmen ist so sicherlich einmalig und auch immer wieder als eines unserer wichtigsten Merkmale genannt worden. Rolf Schrömgens beispielsweise, der mit Trivago im letzten Jahr sogar an die amerikanische Börse NASDAQ ging, war einfach für unsere Gäste an der Kaffeebar in greifbarer Nähe. Wer da keine Scheu zeigt, hat die Möglichkeit nicht nur einmalige Kontakte zu knüpfen, sondern auch abseits der großen Bühne nochmal alle Speaker kennenzulernen und Tipps zu bekommen.

Rolf Schrömgens (Mitgründer von Trivago), war einfach für unsere Gäste an der Kaffeebar in greifbarer Nähe.

Insgesamt ist es glaube ich eine wirklich sehr familiäre Atmosphäre und auch Gäste, die uns das erste Mal besuchen, merken das ganz schnell. Eines der Start-Ups, dass bei unserem Pitch-Contest teilgenommen hat und bereits in einem Acceleratorprogramm von VW war, hat mir gespiegelt, dass Accelerate auch an Geschäftskontakten den für sie besten Mehrwert liefern konnte.

Und klar, die Mischung aus spannenden Vorträgen, Workshops und Unternehmenskontakten ist für ein sehr breites Publikumsspektrum spannend. Mit der Grillfeier am ersten Tag und der Party am zweiten Abend bieten wir dazu ein buntes Programm, inklusive kostenlosen Angeboten vom Foodtruck und einer Getränkeauswahl, die sich gewaschen hat.

LineUpr: Wir durften diese familiäre Atmosphäre ja selbst erleben und es ist so viel einfacher in einem solchen Umfeld mit fremden Personen ins Gespräch zu kommen. Als Alumni der HHL war Rolf Schrömgens bestimmt auch sehr interessiert daran, den aktuellen Studenten etwas mit auf den Weg zu geben.

Was ist eigentlich die typische Zielgruppe von Accelerate@HHL und wie erreicht ihr sie?

Alex: Wir haben dieses Jahr wieder gemerkt, dass wir eine sehr breite Zielgruppe haben. Egal ob Selbstständige, Mitarbeiter aus Konzernen oder die überregionale Start-Up-Szene – wir konnten dieses Jahr sehr viele Tickets an Vollzahler verkaufen. Aber klar ist: Den einmaligen Charme der Veranstaltung behalten wir nur durch unsere Ausrichtung als Studenteninitiative und damit sind es natürlich vor allem Studenten aller Studienrichtungen, die wir ansprechen wollen.

Diese Zielgruppe erreichen wir nach wie vor am stärksten durch Facebook. Außerdem hat sich in diesem Jahr Instagram als weiterer wichtiger Kanal etabliert. Dabei haben wir gemerkt, dass durch eine Änderung des Algorithmus nun beworbene Posts deutlich wichtiger geworden sind.

Daneben bleibt der Newsletter einer der Hauptreiber des Ticketverkaufs. Bereits innerhalb weniger Stunden konnten wir so beispielsweise die Hälfte aller verfügbaren Tickets an HHLer und ehemalige Teilnehmer verkaufen.

Innerhalb der näheren Umgebung sind offline Werbung, insbesondere Plakate und das kostenlose „Word of Mouth“ wichtig, um die Vorfreude auf das Event zu unterstützen.

LineUpr: Wenn du einen dieser Kanäle auswählen müsstest, welchen würdest du wählen und warum?

Alex: Bei uns sind die wichtigsten Kanäle der Newsletter und Facebook. Am effizientesten ist sicher der Newsletter. Wir haben hier fast null Kosten und können eine große Zahl von Personen erreichen, die eh schon an Accelerate@HHL interessiert sind. Vor allem generelle Informationen zur Veranstaltung können wir hier verbreiten.

Für neue Kunden nutzen wir aber eher Facebook.  Dort ziehen die Namen und Geschichten der Speaker und das oben genannte Werbebudget kommt zur Anwendung.

LineUpr: Kommen wir zu unserer LineUpr-App. Wie habt ihr sie vor, während und nach der Accelerate@HHL Konferenz eingesetzt?

Alex: Wir nutzen die App vor allem für drei Dinge: Übersicht der Speaker, den aktuellen Zeitplan und die Abstimmung bei unserem Pitchcontest.

Außerdem haben wir Sponsoren die Möglichkeit gegeben, die Karrieremesse auf der Konferenz noch in ein digitales Umfeld zu übertragen. Wir haben dafür eine Unterseite als „digitales Jobboard“ genutzt, sozusagen ein Schwarzes Brett für die Stellenausschreibungen unserer Sponsoren. So konnten Interessenten gezielt auf die Firmen zugehen.

Wir haben in Gesprächen super Feedback zur Nutzbarkeit der App erhalten.

LineUpr: Das klingt nach einer interessanten Idee. Wie haben eure Besucher auf die App reagiert?

Alex: Wir haben in Gesprächen super Feedback zur Nutzbarkeit der App erhalten und wurden oft gefragt, wie wir das programmiert hätten. So konnten wir auch eine weitere Studenteninitiative an der HHL von LineUpr begeistern.

Ansonsten führen wir jedes Jahr innerhalb der App eine kurze Umfrage am Ende der Veranstaltung durch, da wir festgestellt haben, dass dieses sofortige Feedback die höchste Antwortquote bringt.

LineUpr: Du meintest gerade, dass ihr mit der App auch eine Abstimmung über den Pitchcontest durchgeführt habt. Wie war die Beteiligung und wie habt ihr das genau umgesetzt?

Alex: Bei der Abstimmung des Pitchcontests haben wir jedes Jahr die höchsten Zugriffszahlen auf LineUpr. Wir haben damit ein einfaches Tool in die Hand bekommen, um noch besser mit unseren Gästen zu interagieren und jeden im Saal bei der Entscheidung der Jury mit einzubeziehen.

Hierfür haben wir die Umfrage mit den Namen der pitchenden Start-Ups versehen und dann am Ende des Agendapunkts live geschaltet. Für die Gewinner gab es einmal 2.500 Euro als Jurypreis und ein edles Ginset für den Publikumspreis.

Wir haben damit ein einfaches Tool in die Hand bekommen, um noch besser mit unseren Gästen zu interagieren.

LineUpr: Als Keynotes hattet ihr dieses Jahr u. a. Rolf Schrömgens (Trivago) und die Gründer der Einhorn-Kondome Waldemar Zeiler und Philip Siefer zu Gast. Wie kommt man an solche herausragenden Persönlichkeiten? Und wie könnt ihr sie für eine Keynote überzeugen?

Alex: Ich denke einer der wichtigsten Punkte bei der Ansprache der Speaker ist die Reputation, welche Accelerate@HHL in den letzten Jahren aufbauen konnte. Außerdem ist es auch die eingangs genannte familiäre Stimmung, die viele Speaker begeistert und auch immer wieder zum Wiederkommen animiert.

Außerdem nutzen wir auch die guten Kontakte über Alumni und Professoren der HHL in die Start-Up Szene. Rolf, aber auch Christopher Muhr vom inzwischen größten deutschen Start-Up, Auto1, sind Absolventen der Handelshochschule. Daneben waren es gute Kontakte zu Venture Capital Firmen, insbesondere Kompass Digital, G+J Ventures, aber auch Earlybird, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen.

LineUpr: Von diesen Kontakten können andere Events natürlich nur träumen. Gibt es eine verrückte Geschichte zur diesjährigen Accelerate@HHL, welche du mit uns teilen möchtest?

Alex: Wir hatten dieses Jahr einen peruanischen MBA-Studenten als DJ. Die Musik sorgt immer für eine gute Untermalung des Tagesprogramms und stellt dann eine gute Überleitung zum Kickerturnier und der Grillparty dar. Dieses Jahr feierten alle Teilnehmer so ausgelassen, dass unser DJ schon um 22 Uhr zu Stimmungsmusik wechseln musste. Deutsche Schlagerhits inmitten einer internationalen Party war schon etwas Neues für uns.

LineUpr: Das stimmt ?. Zum Schluss noch eine Frage zur Nutzung von LineUpr. Welche drei Tipps würdest du anderen Veranstaltern mit auf den Weg geben wollen?

Alex: Aus unserer Erfahrung kann man die App effizient nutzen, wenn man nur wenige Dinge beachtet:

Eine Woche vorher sollten die Teilnehmer über die App unterrichtet werden; gerade die offline Funktion und der Hinweis auf den immer aktuellen Zeitplan sind wichtige Aspekte für unsere Teilnehmer zur Nutzung.

Posts und Surveys sollten verborgen werden, bis sie gebraucht werden. Wir konnten so bereits eine Vielzahl der Posts und Umfragen entsprechend vorbereiten, planen und während der Veranstaltung stressfrei aktivieren.

Verkürzt die URL der App: Bei Bit.ly könnt ihr Euren Link individuell anpassen, außerdem könnt ihr von Eurer Website auf die App verlinken – das macht es für die Nutzer leichter.

LineUpr: Vielen Dank Alex, für das tolle Interview. Es ist immer sehr spannend mehr über die Köpfe und Prozesse hinter einem so jungen und fokussierten Event zu erfahren. Wenn du selbst mal am Accelerate@HHL teilnehmen oder einfach mehr zu den Speakern erfahren willst, dann wirst du sehr schnell auf der Website oder den Profilen bei Twitter, Facebook und Instagram fündig.

Wir freuen uns bereits auf das nächstes Event in 2019 und wie wir euch noch besser mit LineUpr unterstützen dürfen.

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