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Werden Push-Nachrichten wirklich alle gelesen? Sind sie besser als In-App-Nachrichten? Unsere Erfahrung zeigt, In-App-Nachrichten sind besser als ihr Ruf und langfristig erfolgreicher als die Push-Alternative.

In einem der letzten Artikel haben wir uns bereits mit den In-App-Nachrichten von LineUpr beschäftigt und wie du damit die Besucherbindung auf deinen Veranstaltungen steigern kannst. Heute steht der direkte Vergleich von In-App- und Push-Nachrichten im Mittelpunkt. Fragt man Veranstalter, so fordern die meisten Push-Nachrichten für ihre Event-Apps. Dieser Wunsch entspringt jedoch falschen bzw. veralteten Annahmen. Damit werden wir im Folgenden aufräumen und dir zeigen, was die verschiedenen Nachrichtentypen technisch bedeuten, welche Vor- und Nachteile daraus für die Veranstalter und Teilnehmer entspringen und was wir darüber denken.

Push-Nachrichten

Wenn Veranstalter die Begriffe „Nachrichten versenden“ und „Event-Apps“ in einem Kontext hört, dann gehen die meisten instinktiv von Push-Nachrichten aus. Es ist die klassische Form der Nachrichten, wie wir sie alle von unseren installierten Apps kennen. Ganz vereinfacht dargestellt kann die jeweilige App dabei ein Signal an das Smartphone senden. Je nach Einstellung des Smartphones klingelt, vibriert oder aktiviert es eine Benachrichtigung auf dem Display. Die App selbst muss dabei nicht durch den Nutzer vorher geöffnet werden. Dieser Nachrichtentyp ist also in der Lage eine Aktivität beim Nutzer auszulösen ohne, dass dieser vorher selbst aktiv werden muss. Wenn du etwas mehr in die technische Materie eintauchen möchtest, dann empfehle ich dir den WAP-Push Wikipedia Artikel.

In-App-Nachrichten

Im Gegensatz zu Push können In-App-Nachrichten nicht aktiv das Smartphone „ansprechen“, sondern sind nur in der jeweiligen App selbst aktiv. Wenn der Veranstalter also eine In-App-Nachricht versendet, dann wird das Endgerät des Nutzers nicht selbstständig darauf reagieren, also weder klingeln, noch vibrieren, noch eine Benachrichtigung auf dem Homebildschirm setzen. Hier muss die initiale Aktivität vom Nutzer ausgehen. Erst wenn er die betreffende App öffnet, wird die Nachricht angezeigt.

Was denken Veranstalter

Veranstalter wollen eigentlich immer Push-Nachrichten für ihre Apps. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe. Erstens sind sie durch ihre installierten Apps aus den App-Stores schlicht daran gewöhnt, dass Nachrichten aus der App heraus direkt auf dem Smartphone angezeigt werden. Der zweite Grund liegt in der Angst begründet, ihre Besucher könnten die von ihnen versendeten Nachrichten nicht erhalten. Veranstalter versenden natürlich nur relevante Nachrichten an ihre Gäste, welche diese auch unbedingt lesen müssen. Die Push-Nachricht sorgt dafür, dass die Gäste diese Nachricht auch erhalten, ohne dafür die App zu öffnen. Viele Veranstalter gehen also davon aus, dass ihre Push-Nachrichten mit höherer Wahrscheinlichkeit gelesen werden als In-App-Nachrichten.

Beide Argumente sind heute jedoch überholt und können auch mit In-App-Nachrichten gelöst werden, aber dazu mehr im Abschnitt „Unser Standpunkt“.

Was denken Teilnehmer

Bei Teilnehmern ist die vorherrschende Meinung nicht so klar wie bei den Veranstaltern. Zwar kann eine relevante Masse sehr gut mit Push-Nachrichten umgehen, die große Mehrzahl lehnt sie jedoch ab, zumindest was Event-Apps angeht. Viele Menschen empfinden das ständige vibrieren ihrer Smartphones auf Veranstaltungen sogar als sehr lästig und schalten die Push-Funktion der App einfach ab. Zwar liegen dazu keine validen Daten vor, schaut man sich jedoch etwas um, wird sehr schnell deutlich, dass die meisten Personen die Push-Funktion nach spätestens drei unnützen Nachrichten abschalten. Im Gegensatz zum Veranstalter ist beim Teilnehmer die Angst irgendeine Nachricht zu verpassen auf Veranstaltungen eher gering. Es gibt sicherlich Apps, bei denen Push sehr sinnvoll ist, beim Großteil wird es auf die Zeit aber eher lästig. Dies zeigt auch der Trend, die Push-Funktion generell auf dem Smartphone abzuschalten. Einen schönen Artikel von WIRED dazu findest du hier.

Push-Nachrichten vs. In-App-Nachrichten

Sowohl bei Push als auch bei In-App, geht es darum deine Besucher mit aktuellen Nachrichten zu versorgen. Nur der Weg zum Ziel unterscheidet sich. Hier grob zusammengefasst, die Vor- und Nachteile:

Vorteile Push
Nutzer erhält eine Benachrichtigung, ohne selbst aktiv zu werden.

Nachteile Push
Nutzer wird in seiner Aktivität unterbrochen -> führt bei unnötigen Nachrichten bzw. unpassenden Situationen zu Ablehnung und negativen Emotionen.

Vorteile In-App
Nutzer bestimmt selbstständig, wann er sich mit dem Event und relevanten Informationen dazu beschäftigen will und erhält dann die Nachrichten.

Nachteile In-App
Nutzer muss selbst aktiv werden, um die Nachricht zu erhalten.

Unser Standpunkt

Bei LineUpr setzen wir bisher ausschließlich auf In-App-Nachrichten. Die Gründe dafür sind sowohl technischer Natur als auch unsere Vision. Nach mehr als 2 Jahren Erfahrung und mehr als 700 begleiteten Events hat sich unserer Meinung dazu jedoch etwas gewandelt.

Vision
Wir geben es zu. Das LineUpr-Apps keine Push-Nachrichten erlauben liegt ursprünglich daran, dass es technisch damals nicht möglich war (dazu gleich mehr). Nachdem wir jedoch Woche für Woche mehr Veranstaltungen begleitet und tief in die Branche eingetaucht sind, hat sich diese ursprüngliche Limitierung immer mehr zu unserer Vision entwickelt. Im Mittelpunkt von LineUpr sollte stets ein einfaches, intuitives Produkt stehen, dass die Bedürfnisse der Veranstalter erfüllt, jedoch primär den Teilnehmer in den Fokus stellt. Von denen sind sehr viele genervt von den vielen unnötigen Push-Nachrichten der Event-Apps. Veranstalter neigen dazu, jede kleine Änderung möglichst breit zu streuen. Den Gästen ist dies meistens eher egal und sie fühlen sich zunehmend belästigt von den Massen an Nachrichten.

Eine Event-App sollte niemals den realen Programmablauf unterbrechen oder zerstören. Sie soll den Teilnehmer unterstützen, ihm immer die aktuellsten Informationen an die Hand geben und das positive Gefühl auf dem Event stärken. Durch In-App-Nachrichten kann dies deutlich besser gewährleistet werden als mit Push.

Technische Limitierung
Alle Event-Apps von LineUpr sind Web-Apps. Als wir mit LineUpr gestartet sind, war es technisch nicht erlaubt Push-Nachrichten mit einer Web-App zu verschicken. Mittlerweile hat sich die Web-Technologie weiterentwickelt und es ist möglich, leider bisher jedoch nur für Androidsysteme. Apple bzw. iOS erlaubt diese Funktion für Web-Apps noch nicht. Solange nicht beide großen Betriebssysteme Push-Nachrichten erlauben, können wir diese Funktion noch nicht freigeben, da es Nutzern nur schwer zu kommunizieren ist, dass die Funktion bei dem einen geht, bei dem anderen aber nicht.

Unsere Meinung
Unsere Meinung kam sicherlich bereits etwas im Abschnitt „Vision“ durch. Wir bevorzugen ganz klar In-App-Nachrichten, werden uns jedoch nicht gegen Push-Nachrichten verwehren. Sobald Apple diese Funktion zulässt, werden wir sie umsetzen. Unser Ziel ist es jedoch, jeden Veranstalter von der In-App-Variante zu überzeugen. Jeder kann sicher nachvollziehen, wie nervig es ist, wenn man sich gerade in einem anregenden Gespräch befindet und dieses unterbrechen muss, weil das Smartphone klingelt, nur um zu lesen, dass das Buffet gerade eröffnet wurde. Wenn der Nutzer jedoch aktiv die App öffnet, ist er bereit für Informationen zur Veranstaltung. Als Veranstalter möchtest du mit deinem Gast genau in diesem Zustand kommunizieren, da er hier die Nachricht nicht nur sieht und liest, sondern auch wirklich aufnimmt und nicht mental wegschiebt. Unsere Eventdaten belegen klar, dass die In-App-Nachrichten im Durchschnitt die drittmeist geöffneten Seiten sind. Und das ist umso bemerkenswerter, da die erste aktive Aktion hier klar vom Nutzer ausgehen muss. Seine Aufmerksamkeit ist daher deutlich größer als bei Push-Unterbrechungen bei annähernd gleicher Leserrate.

Zusammenfassung

Veranstalter reden in der Kommunikation mit einer Event-App immer von Push-Nachrichten. Die In-App-Variante sehen sie eher kritisch, da sie Angst haben, dass ihre Nachrichten nicht gelesen werden. Eventteilnehmer sehen das genau umgekehrt und könnten sehr gut auf das ständige vibrieren ihrer Smartphones verzichten. Wir können gut verstehen, warum Veranstalter immer nach Push rufen, aber gleichzeitig können wir auch mit Daten belegen, dass In-App-Nachrichten deutlich besser sind als ihr Ruf. Sie werden sehr gut von den Teilnehmern angenommen und gelesen, man muss also keine Angst haben, dass Informationen verloren gehen. Push-Nachrichten hingegen treffen den Teilnehmer oft in ungünstigen Momenten und er klickt die Nachricht gern mal weg, er hat sie also gesehen, aber nicht wirklich aufgenommen.

Feedback

Was ist eure Meinung zu Push-Nachrichten vs. In-App-Nachrichten? Schaltet ihr eure Push-Benachrichtigungen auch aus?  Habt Ihr noch Fragen, die wir nicht beantworten konnten?  Wir freuen uns auf eure Antworten.

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