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In diesem Artikel präsentieren wir dir 12 interaktive Ice-Breaker, mit denen du das Netzwerken und die Interaktion auf deinen Veranstaltungen optimieren kannst. Was ein Ice-Breaker ist und wie man passende Ziele für den Einsatz definiert, haben wir bereits in Teil 1 geklärt.

Im zweiten Teil geht es heute um den bewussten Einsatz von interaktiven Werkzeugen wie Event-Apps, Wurfmikrofone und Papier.

Interaktive Abstimmungen mit dem Publikum

Hier kommt deine Event-App ins Spiel. Der Moderator stellt eine oder mehrere Fragen an das Publikum. Das können allgemeine Fragen zum Event, den Teilnehmern oder dem Thema der Veranstaltung sein. Danach haben die Teilnehmer 1-2 Minuten Zeit diese Fragen zu beantworten. Anschließend werden die Ergebnisse live präsentiert.

Diese Übung hat zwei Vorteile. Erstens löst es beim Publikum immer einen kleinen Wow-Effekt aus, wenn man die Ergebnisse einer Umfrage live sieht und zweitens kannst du als Veranstalter damit schnell einen Überblick über die Meinung bzw. das Wissen deiner Teilnehmer gewinnen.

Strukturierte Fragen an den Referenten

Es geht natürlich auch in die andere Richtung. Statt das der Moderator/Referent Fragen an das Publikum stellt, können diese auch Fragen an die Personen auf der Bühne richten. Dabei gibt es grundsätzlich mehrere Ausprägungen.

Wenn du strukturiert vorgehen möchtest, dann lass deine Teilnehmer kleine Gruppen bilden und jede dieser Gruppen darf dann eine Frage stellen. Du kannst jedoch auch alle Teilnehmer einzeln und gleichzeitig Fragen über die App stellen lassen. Als Veranstalter stehst du hier zudem vor der Frage, ob die du Vorschläge der Teilnehmer live anzeigen oder vorher kuratieren möchtest. Gerade bei Corporate Events besteht oft die begründete Angst, dass einige Teilnehmer unsinnige Vorschläge eingeben. Aus diesem Grund nutzen viele unserer Kunden die Moderationsfunktion und selektieren die Fragen im Vorfeld.

Mit diesem Spiel gibst du deinen Teilnehmern die Möglichkeit ihre individuellen Fragen zu stellen. Sie fühlen sich damit automatisch besser verstanden und integriert in dein Event. Zudem können hier nicht nur die sehr selbstbewussten Personen, welche auch früher schon ihre Fragen laut schreiend gestellt haben, ihre Anliegen vorbringen, sondern auch die etwas Ruhigeren.

Der Fragenball

Ein Spiel, das sich eher für kleinere Gruppen eignet. Du benötigst dafür einen großen und leichten Ball, z. B. einen Strandball. Den Ball beschreibst oder beklebst du rundum mit verschiedenen Fragen. Deine Teilnehmer stellen sich jetzt in einem Kreis auf und werfen sich diesen Ball zu. Wenn eine Person den Ball zugespielt bekommt, muss Sie anschließend immer die Frage beantworten, die beim Fangen ihrem rechten Zeigefinger am nächsten ist. Die Credits für diese Idee gehen an Jonny Heather von Artifax.

Abhängig davon, was du mit diesem Spiel erreichen möchtest, solltest du auch die Fragen auswählen. Geht es dir primär um ein Kennenlernen der Teilnehmer, solltest du auf persönliche Fragen wie „Wo kommst du her?“, „Was ist dein Lieblingssport?“ oder „Welches Buch hast du zuletzt gelesen?“ setzen. Du kannst aber auch das Event in den Mittelpunkt rücken und dementsprechende Fragen auswählen. Dabei kannst auch du gleichzeitig einen besseren Eindruck deiner Teilnehmer gewinnen.

https://www.youtube.com/watch?v=3Q-QbVh1riI

X Fakten in einem Hut

Dieses Spiel erinnert stark an das Spiel zwei Wahrheiten und eine Lüge. Zu Beginn sammeln sich die Teilnehmer in kleineren Gruppen von bis zu 5-10 Personen. Jeder Teilnehmer schreibt jetzt eine seiner Stärken auf einen kleinen Zettel und wirft diese dann in einen Behälter. Nach dem Schütteln nimmt jetzt jeder Teilnehmer einen Zettel aus dem Behälter, liest die Stärke laut vor und begründet an einem Beispiel, warum er diese Stärke auch besitzt.

Dieses Spiel ist sehr einfach und schafft automatisch ein positives Gefühl unter deinen Teilnehmern. Zudem erfährt man direkt etwas von den anderen Teilnehmern und kann sich in der Pause bei den Gesprächen darauf beziehen. Die Vernetzung wird damit noch leichter.

Tischspiele und -quizze

Gerade bei vielen kleineren Veranstaltungen werden Teilnehmer oft an mehreren Tischen platziert. Als Veranstalter möchtest du natürlich, dass die Tischnachbarn schnell ins Gespräch kommen und kein seltsames Schweigen entsteht. Du kannst diesen Prozess beschleunigen, wenn du kleine Spiele auf den Tischen platzierst. Wir alle kennen es noch aus dem Sandkasten. Beim gemeinsamen Spielen fällt das Kennenlernen gleich viel leichter.

Du kannst auch einen Wettbewerb daraus machen, bei dem die unterschiedlichen Tische gegeneinander antreten. Z. b. ein kleines Quizduell. In beiden Fällen werden die Tischnachbarn schnell ins Gespräch kommen.

Wurfmikrofone – Fragen an die Referenten

Statt einer App kannst du natürlich auch ein anderes Medium zum Sammeln von Besucherfragen nutzen. In den letzten Jahren sehr beliebt sind Wurfmikrofone. Diese Mikrofone sind dabei meist in einem Würfel oder Kugel aus Schaumstoff integriert. Dadurch kann man sie quasi über mehrere Meter werfen, ohne dass dabei Gefahren für die Teilnehmer bestehen. Zudem ist dabei auch ein kleiner spielerischer Effekt und viel Aufregung mit von der Partie. Der bekannteste Anbieter ist sicherlich Catchbox.

https://www.youtube.com/watch?v=apjN3xThfY8

Kartendeck als Matchmaking

Matchmaking ist gerade eines der interessantesten Themen bei Businessevents. Wenn das Netzwerken lahmt, dann einfach zwei Personen per Hand miteinander verknüpfen. Das ist der Sinn von Matchmaking. Damit ist der schwierige Teil des Ansprechens automatisch gelöst. Es gibt mittlerweile viele Apps und Software Lösungen, welche sich damit beschäftigen, es existiert jedoch auch eine einfache analoge Variante: Ein Kartendeck!

Bei der Anmeldung vor Ort müssen alle Teilnehmer eine Karte aus einem Standard Kartendeck ziehen. Die Personen mit Karten der gleichen Farbe, Zahl/Bild oder Kategorie müssen sich jetzt finden und miteinander sprechen. Diese Idee vom EventManagerBlog ist super einfach umzusetzen.

Je nachdem, wie groß deine Gesprächsgruppe sein soll, kannst du das Kartendeck und das Auswahlkriterium wählen.

Die Toilettenpapier Challenge

Wenn du möchtest, dass die Teilnehmer persönliche Informationen miteinander teilen, ist dies ein einfaches und schnelles Spiel dafür. Zu Beginn werden wieder Gruppen von bis zu 10 Personen gebildet. Dann werden Toilettenpapierrollen herumgereicht und jeder Teilnehmer darf sich so viele Blätter davon nehmen, wie er möchte. Anschließend muss jede Person in den kleineren Gruppen genauso viele persönliche Fakten über sich nennen, wie er Toilettenpapierblätter besitzt.

Da bei der Auswahl der Anzahl an Blätter noch nicht bekannt ist, was anschließend damit geschehen wird, gibt es immer eine positive Anspannung zu spüren. Wenn dann die Auflösung kommt, gibt es immer eine lautstarke Reaktion. So was bleibt definitiv in den Erinnerungen der Teilnehmer.

Individuelle Namensschilder

Wie bereits mehrfach beschrieben, das Hauptproblem beim Netzwerken sind die Berührungsängste bei der ersten Ansprache. Die meisten Teilnehmer wissen einfach nicht, was man hier fragen kann. Du kannst deinen Teilnehmern die erste Ansprache deutlich erleichtern, wenn du Gesprächsaufhänger vorbereitest, z. B. individuelle Namensschilder. Hier könntest du drei Fakten zu jedem Teilnehmer veröffentlichen. Oder die Teilnehmer müssen bei der Anmeldung 3 Fragen beantworten und die Antworten werden dann auf der Visitenkarte veröffentlicht. Egal wie, damit bietest du einen perfekten Aufhänger, die Person darauf anzusprechen.

Menschliches Bingo

Etwas aufwendiger, aber trotzdem sehr lustig. Du musst dafür im Vorfeld mehrere unterschiedliche Bingokarten mit Charaktereigenschaften oder Informationen zu Personen erstellen, z. B. Kommt aus Berlin, jünger als 25 Jahre, spielt Fussball …. Jeder Teilnehmer bekommt jetzt eine solche Bingokarte und muss unter den anderen Teilnehmern entsprechende Personen mit den passenden Kriterien finden. Wenn er also mit jemandem spricht, der Fussball spielt, dann kann er dieses Feld ankreuzen. Der Teilnehmer, welcher als Erster eine Reihe voll hat, der schreit laut BINGO!

Das ist ein sehr lustiges Spiel und deine Teilnehmer können sich so spielerisch kennenlernen. Dank dem Wettkampfgedanken wird zudem ordentlich Bewegung entstehen.

Fabelhafte Vorstellung

Wie ist es eigentlich, wenn man wie ein Held aus Märchen vorgestellt wird? Dieses Erlebnis kannst du mit diesem Spiel deinen Teilnehmern ermöglichen. Wieder werden kleine Gruppen von bis zu 10 Personen gebildet. Jeder Teilnehmer darf jetzt seinen linken und rechten Nachbarn in ca. 30 Sekunden vorstellen. Das Besondere, bis auf den Namen müssen alle Aussagen gelogen sein. Dabei sollen die Teilnehmer zudem blumige Worte verwenden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Diesen Ice-Breaker haben wir uns bei David Becker von ZKIPSTER abgeschaut. Er wird garantiert zu vielen Lachern und kreativen Vorschlägen führen. Das verbindet die Teilnehmer untereinander.

Papierballschlacht

Wenn du mit deinem Spiel weniger das Netzwerken, als mehr die Aktivität deiner Teilnehmer erhöhen möchtest, dann ist die Papierballschlacht perfekt geeignet. Jeder Teilnehmer erhält hierbei ein Blatt Papier und soll darauf einen Wunsch, ein Ziel, eine Frage, etc. aufschreiben. Anschließend wird das Blatt zu einer Kugel geformt und auf ein Signal des Moderators auf die Bühne geworfen.

Wie das gemacht werden kann, ist in diesem Video von Eric de Groot bei Minute 3:00 sehr gut zu sehen.

https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=_kI-V4FCdx4

Statt Papierkugeln kann das natürlich auch mit Papierfliegern durchgeführt werden. Optional können die Teilnehmer dann auch die Papierobjekte wieder aufheben und laut vorlesen. Das kommt dann ganz auf die Größe des Events an.

Egal wie, das bleibt definitiv in Erinnerung bei deinen Teilnehmern und steigert das Energielevel.

Was solltest du gelernt haben

Wir haben dir heute 12 interaktive Ideen vorgestellt mit Hilfe von Event-Apps, Wurfmikrofonen und Papier deine Teilnehmer miteinander zu vernetzen. Damit reduzierst du Berührungsängste und ermöglichst ein optimales Networking auf deinem Event.

Network“ Icon erstellt durch Chameleon Design vom „the Noun Project„.

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